Ein Klangraum, fast wie in Mamas Bauch

Das ungeborene Baby befindet sich in einem klangvollen Mutterleib - umgeben von Mutterstimme, Herzschlag, dem Rauschen des Blutes und anderen Körpergeräuschen. Diese Klänge nimmt es sowohl hörend als auch fühlend (über die Schwingungen im Fruchtwasser) auf. Ein zu früh geborenes Baby kommt abrupt aus der vertrauten Umgebung in eine Welt, für die es noch nicht vorbereitet ist.

In der Musiktherapie kann für das Baby ein ähnlicher Klangraum geschaffen werden, der Ruhe und Geborgenheit vermittelt - fast so wie in Mamas Bauch. Dies gibt ihm Kraft und Zeit, die wichtigen Entwicklungsschritte aus der Fetalzeit nachzuholen. Auch die "zu früh gewordene" Mutter bekommt die Möglichkeit gemeinsam mit dem Baby die verpasste Zeit der Schwangerschaft wieder gut zu machen. So wird z.B. über einhüllende Klänge, zarte Melodien, puls- und atembegleitende Rhythmen sowie den Einsatz der Mutterstimme (gemeinsames Singen, Vorlesen von Gedichten,...) eine wohltuende Atmosphäre geschaffen, die das "Nachnähren" sowie ein behutsames Ankommen in der Welt erleichtert und den Bindungsaufbau von Mutter und Baby unterstützt.

Beieinander ankommen

Mama und Baby, die gleich nach der Geburt voneinander getrennt waren, können im Rahmen der Musiktherapie über Berührung und Klänge ein nicht stattgefundenes oder unterbrochenes Bonding nachholen. So bekommen sie die Chance, Geschehenes zu verarbeiten und eine Bindung zueinander aufzubauen.

 

Muttergefühle und Mutter-Kind-Bindung

Das Baby ist da und die erhofften Liebesgefühle wollen sich nicht einstellen. Anstatt glücklich zu sein überwiegen Gefühle der Überforderung, Hilflosigkeit, Leere, Trauer oder Wut. Gedanken wie "Es macht alles keinen Sinn", "Ich bin eine furchtbare Mutter", "Ich will das alles nicht"... begleiten die erste gemeinsame Zeit mit dem Baby.

Das Finden eines passenden Klanges für das, was man fühlt oder das Suchen nach Musik, die gut tut kann dabei unterstützen die eigenen Gefühle auszudrücken, Bedürfnisse zu erkennen und Ressourcen aufzubauen.Gedanken, die nicht ausgesprochen werden dürfen oder innere Konflikte, die einem vielleicht noch gar nicht richtig bewusst geworden sind, dürfen sich in der Musik zeigen und "zu Gehör gebracht" werden.

So kann der Blick frei werden für das Gelingende im Hier und Jetzt. Ein Raum entsteht für schöne gemeinsame Momente mit dem Baby und der Aufbau einer liebevollen Bindung zum Kind wird ermöglicht.

Mag. Maria Wild

0650/ 431 98 68

musiktherapie.wild@gmx.at